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Friday, April 28, 2017
Welt

Goncourt fotografiert westdeutsche Städte, die alle so aussehen, als wären sie im Jahr 1986 steckengeblieben, vor allem von der Möblierung her: Die komischen Lampen und so weiter. In den 1980ern hat man in Deutschland noch recht solide gebaut, glaube ich, sodass es durchaus möglich sein könnte, dass wir auch in 40 Jahren noch auf Landschaften der Kohl-Ära blicken werden, wahrhaft blühende Landschaften aus Straßenlampen im Playmobil-Design. Seltsamer Gedanke: Dieses Patchworkdeutschland, das eigentlich immer so etwas von einem Provisorium hatte, das wird bleiben, auch weil keiner mehr das Geld haben wird, etwas Neues zu bauen, außer an Kapital-Hotspots wie München, wo leider die von mir geliebten Spuren der originalen Ausstattung der U-Bahn (im Geiste Otl Aichers) im Verschwinden begriffen sind, die tatsächlich gut durchdachten Elemente auf paramuseale Gebiete wie den Olympiapark zurückgedrängt werden.

Um auf Goncourt zurückzukommen: Das macht gute Fotografie aus, dass darin anschlussfähige Formen für einen neuen Diskurs vorkommen. Oder auch nicht? Egal, jede Gegend kann sich über Menschen glücklich schätzen, die Zeit und Energie in die Dokumentation des Alltags investieren. Aber: Wie werden wir uns erinnern?

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Last modified: 2/2/20 12:22 PM
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