textdump
Sunday, January 7, 2018
Switchin' Systems

Lese Jack Kerouacs anekdotische Autobiographie, Texte drin, die ich gerne mag. Die Erklärung des subtilen Unterschieds zwischen "Beat" und "Beatnik" (Pejorativ... Der Wandtext in der Robert-Frank-Ausstellung betitelte das Personal in "Pull my Daisy" als "Beatniks"). Feine Beschreibung seiner Zeit als Bremser bei der Bahn, wo geswitcht und geroutet wird, dass es nur so eine Freude ist. Wäre interessant, einmal nachzuforschen, wieviel von dem Vokabular älterer Netzwerktechnologien wie der Bahn es ins Informationszeitalter hinübergeschafft hat, Bedeutungsänderungen inklusive. Bruno Latours Untersuchung des französischen ÖPNV-Systems "Aramis" kommt einem da auch gleich in den Sinn: Fahrkabinen als Datenpakete, quasi ein Vorläufer von KI-Autos, nur auf Schienen. Ein würdiger Nachfolger des Model Railroad Club am MIT, einer Keimzelle der Informatik.

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Saturday, January 6, 2018
People you don't see

Doch noch in die Robert-Frank-Ausstellung in der Albertina gegangen. Nicht böse darüber, allein schon wegen der Prints und Kontaktbögen aus dem Werk "The Americans". "The Americans" ist auch vom Format her ein ideales Fotobuch; weil es eher klein ist, kann man es nicht nur betrachten, sondern auch lesen, als Sequenz wahrnehmen.

In der Ausstellung sind die Kleinbildnegative nun in voller Schönheit zu sehen, sie halten locker die Vergrößerung auf 20x30 und mehr aus, man sieht von der berühmten Aufnahme der Straßenbahn in New Orleans oder der Fahne der 4.-Juli-Gartenparty einfach viel mehr Details.

Dabei wird klar, dass Frank unter den Vorläufern der später von den Japanern unter dem Label are bure boke subsumierten Spielart der ultrasubjektiven "unscharfen" Fotografie keineswegs der radikalste war. Die Ballettserie von Alexey Brodovich oder die New-York-Serie von William Klein gingen formal wesentlich weiter. Die Ausstellung zeigt eine Serie, die Frank "Life" zur Veröffentlichung unterbreitet hat: "People you don't see", ruhige Portraits von New Yorkern aus verschiedenen Schichten und Lebenslagen. Frank lässt es darin menscheln wie sein Freund Edward Steichen in der von ihm kuratierten Ausstellung "Family of Man": Das wohlhabende Ehepaar in seinem Cabriolet auf dem Weg ins Wochenende, der friedlich schlummernde schwarze Wachmann. Steichen war es auch gewesen, der Frank die Empfehlung gegeben hatte, die Serie aufzunehmen.

"People you don't see" (1951) und "The Americans" (1955-57) unterscheiden sich weniger in der Bildästhetik ("Street Photography") als vielmehr in der Haltung, die Frank in ihnen auszudrücken versteht. "People you don't see" ist nicht Frank selbst, es ist ein Job von Frank für jemand anderen. "The Americans" ist genauso schwerelos, aber wie unter dem Licht einer anderen Sonne fotografiert. Laruelle kommt einem in den Sinn, mit seiner Posture Photographique, die Haltung des Menschen hinter der Kamera ist anders. Schwer zu quantifizieren, aber es ist so.

(Dann noch die Erinnerung an Andrea und Pablo, seine verstorbenen Kinder. Ich denke: Wenn deine Trauer etwas bedeutet, dann bist du Künstler. Was aber umgekehrt bedeutet: Wenn du kein Künstler bist, dann bedeutet deine Trauer gar nichts.)

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Last modified: 1/7/18 2:06 PM
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Comments
Reines Archiv Analog braucht das
echt niemand mehr. Komplette Shooting-Ergebnisse liegen digital nach der ersten...
Hendrik Spree (drikkes), 3 weeks ago
we we agree, we agree!
MaryW, 1 month ago
Erfüllen also andere Wünsche. Wenn
Blogs verschwinden: ist der Wunsch nach Kontaktbögen aus der...
Lakritze, 1 month ago
Ich freu mich immer, wenn
sie es wieder in unsere Breiten geschafft haben. Ein...
gHack, 7 months ago
P.S. Supertolles Foto
bubo, 7 months ago
Genau. Dokumente gegen die
Impertinenzen der restlichen Welt.
bubo, 7 months ago
Zum Beispiel, dass die
beiden hier unzertrennlich zu sein scheinen.
gHack, 7 months ago
Ich auch, ich auch. Aber
wer weiss wozu Ihre zufälligen Beobachtungen gut sein können...
bubo, 7 months ago
Ich bin ja nicht
Profi, ich geh ja nur spazieren.
gHack, 7 months ago
Groß! Aber sagen
Sie mal, hier sollten Sie mal tätig werden http://www.ornitho.at/index.php?m_id=5&sp_DOffset=5
bubo, 7 months ago
Eher: Lange Brennweite plus
dichtes Unterholz. Man will ja nicht stören.
gHack, 7 months ago
hui! (und
so dicht dran noch dazu)
p.m., 7 months ago
Sie akklimatisieren sich gerade.
gHack, 8 months ago
die Ammer denkt: der
Spint
bubo, 8 months ago
I appreciate this very
much
bubo, 8 months ago
Toll!
goncourt, 8 months ago
Ja. Nichts bleibt, wenn
wir nicht dafür sorgen, dass es weitergeht.
gHack, 10 months ago
Kommt mir irgendwie geläufig
vor…
tobi, 10 months ago
Man muss sich ja dauernd
um die Systeme kümmern. Entweder Archive.org saugt es ab...
gHack, 10 months ago
D.h. der Long Tail
ist Geschichte?
tobi, 10 months ago
Klar geht das wieder auseinander,
aber ich meinte in erster Linie diesen starken Sog...
gHack, 10 months ago
Hmm, da bin ich nicht
so sicher. Sites wie http://www.wikia.com/fandom erfreuen sich doch schon...
tobi, 10 months ago
Hier noch nicht so
stark verbreitet.
gHack, 11 months ago
prefering the queue at
the selbstscannerkasse.
garbageman, 11 months ago

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