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Saturday, January 6, 2018
People you don't see

Doch noch in die Robert-Frank-Ausstellung in der Albertina gegangen. Nicht böse darüber, allein schon wegen der Prints und Kontaktbögen aus dem Werk "The Americans". "The Americans" ist auch vom Format her ein ideales Fotobuch; weil es eher klein ist, kann man es nicht nur betrachten, sondern auch lesen, als Sequenz wahrnehmen.

In der Ausstellung sind die Kleinbildnegative nun in voller Schönheit zu sehen, sie halten locker die Vergrößerung auf 20x30 und mehr aus, man sieht von der berühmten Aufnahme der Straßenbahn in New Orleans oder der Fahne der 4.-Juli-Gartenparty einfach viel mehr Details.

Dabei wird klar, dass Frank unter den Vorläufern der später von den Japanern unter dem Label are bure boke subsumierten Spielart der ultrasubjektiven "unscharfen" Fotografie keineswegs der radikalste war. Die Ballettserie von Alexey Brodovich oder die New-York-Serie von William Klein gingen formal wesentlich weiter. Die Ausstellung zeigt eine Serie, die Frank "Life" zur Veröffentlichung unterbreitet hat: "People you don't see", ruhige Portraits von New Yorkern aus verschiedenen Schichten und Lebenslagen. Frank lässt es darin menscheln wie sein Freund Edward Steichen in der von ihm kuratierten Ausstellung "Family of Man": Das wohlhabende Ehepaar in seinem Cabriolet auf dem Weg ins Wochenende, der friedlich schlummernde schwarze Wachmann. Steichen war es auch gewesen, der Frank die Empfehlung gegeben hatte, die Serie aufzunehmen.

"People you don't see" (1951) und "The Americans" (1955-57) unterscheiden sich weniger in der Bildästhetik ("Street Photography") als vielmehr in der Haltung, die Frank in ihnen auszudrücken versteht. "People you don't see" ist nicht Frank selbst, es ist ein Job von Frank für jemand anderen. "The Americans" ist genauso schwerelos, aber wie unter dem Licht einer anderen Sonne fotografiert. Laruelle kommt einem in den Sinn, mit seiner Posture Photographique, die Haltung des Menschen hinter der Kamera ist anders. Schwer zu quantifizieren, aber es ist so.

(Dann noch die Erinnerung an Andrea und Pablo, seine verstorbenen Kinder. Ich denke: Wenn deine Trauer etwas bedeutet, dann bist du Künstler. Was aber umgekehrt bedeutet: Wenn du kein Künstler bist, dann bedeutet deine Trauer gar nichts.)

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Sunday, December 24, 2017
Trump Tower Blingelingeling

It's Christmas, so we're in for a treat: A small photo project about a big problem. The original Trump Tower in New York City houses two small "gardens", which should be open to the public due to a deal Donald Trump made with the city administration back in the day. They provide us with a visual metaphor for what happens when public spaces and other ressources are left to the whims of private developers.

Download: Trump Tower (application/pdf, 2,914 KB)

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Last modified: 10/5/19 8:37 PM
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