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Sunday, May 1, 2016
Sie sind wieder da

(comm.)

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Saturday, April 9, 2016
Provoke

Endlich in der medial etwas unterbelichteten Ausstellung über das japanische Fotomagazin "Provoke" gewesen, danke, schlechtes Wetter.

Gemäß europäischer Tradition standen die einzelnen Prints der "Provoke"-Fotografen im Vordergrund, ausgewählte Fotobücher standen - hinter Glas - als Skulpturen im Raum. Schön, die Originale von Werken wie Toshi-e/Tokyo-jin oder For a Language to Come zu sehen. Noch besser: Die Abteilung mit Protestfotografie der 1960er- und 70er-Jahre, die auf wenigen Quadratmetern ziemlich viele westliche Japan-Klischees pulverisiert, eine kraftvolle Dokumentation von Protesten gegen Flughafenprojekte und Militärbündnisse, ein Japan, das die ultrakonservative Abe-Regierung gerade endgültig abzuräumen versucht, hier wie dort spielt die Altersstruktur der Bevölkerung der Macht in die Hände.

Ein weiterer Höhepunkt: Die Vintage-Prints aus "Kamaitachi" von Eikoh Hosoe. Anders als bei den Einzelbildern aus den Serien von Takanashi oder Nakahira funktioniert hier die Präsentation, die Bilder bestehen auch außerhalb der Serie - gerade Hosoes vergleichsweise konservativer, ja klassischer Ansatz lässt die Fotos im heutigen europäischen Umfeld besonders gut wirken.

Gewissermaßen als Kontrapunkt dazu werden im selben Raum einige DIY-Magazine von Nobuyoshi Araki gezeigt. Araki hat zu Beginn seiner Karriere in einer Werbeagentur gearbeitet und damit Zugriff auf ein außergewöhnliches Stück Hochtechnologie: Einen Fotokopierer. Damit stellte er Foto-Zines in Kleinstauflage her, die er an seine Kontakte verschickte.

Arakis Hefte rühren mich unmittelbar. Sie sind klein, ich glaube, US-Letter-Format, und mit rotem Faden unglaublich präzise auf traditionelle japanische Art gebunden. Zuletzt habe ich solche Hefte in einer Ausstellung von Ukiyo-e gesehen, eine schöne Kontinuität im Zusammenfügen der Sequenz, die gerade Konnektionisten daran erinnert, dass die Buchbinderei für sich gewiss keine geringe Kunst ist.

Es fällt auf, wie stark die Fotokopie-Ästhetik die Fotografie der Provoke-Gruppe und ihrer Zeitgenossen informiert hat, "Are, bure, Xerox", gewissermaßen. Auch Daido Moriyama hat offensiv mit Fotokopien gearbeitet. Deren Ästhetik spielt den Provoke-Leuten in die Hände: Die Halbtöne brechen weg, Horizonte verrutschen, alles wird hart und modern und bewegt sich.

Ich weiß nicht, ob es einen Aufsatz über die Rolle des Fotokopierers in der japanischen Ästhetik gibt, muss auch nachlesen, ob die Provoke-Leute und Araki deswegen so harte Kontraste bevorzugt haben, weil sich die Bilder dann ohne größere Verluste mit den damaligen Kopierern als Serien verbreiten ließen. Sicher hat Moriyama über Fotokopierer geschrieben. Ich kann es nur nicht lesen.

Edit: Seltsamerweise spielt das Magazin "Provoke" selbst in der Ausstellung nur eine geringe Rolle. Betritt man den Raum, steht man vor einer Wand, auf der alle Seiten der drei Ausgaben aufgeklebt sind, aber so, dass man sie nicht näher betrachten kann. Es ist also nicht möglich, die Sequenzen zu analysieren, ein besseres Verständnis dieser einflussreichen Publikation zu erhalten. Schade.

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hackr fragt, ich antworte

Gute Frage chez hackr

Antwort:

Weil es einen klaren Schnitt durch die Zweidrittelgesellschaft macht. Ich kann mir das Ding leisten. Jeder weiß sofort, wo ich stehe. Ich bin drin.

Egal in welcher Produktlinie auch immer: Apple sagt dir, wo du stehst. Wenn du Apple-Produkte verwendest, bist du drin. Und "drin" gibt es dann noch subtile Differenzierungen für Positionsangaben. Primaten schätzen das, sie müssen wissen, wo sie stehen, verbrauchen irrsinnig viel Zeit fürs Versenden des aktuellen Status in der sozialen Hierarchie. Apple ist King of Convenience und vereinfacht auch dieses anstrengende Gestrampel. Man braucht einfach nur noch ein halbwegs aktuelles Device vor sich auf den Tisch zu legen - und alles ist wunderbar klar.

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Tuesday, March 29, 2016
Beim Hochzeitsflug

(comm.)

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Friday, March 18, 2016
No Newsletter

No clutter. No advertising. Just nothing.

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Ich muss einmal im Monat etwas bloggen

In letzter Zeit tu ich mir etwas schwer damit, etwas ins Internet zu schreiben, weil die Bloggerei für mich immer etwas von éducation sentimentale hatte. In den Sozialmedien dagegen ist das Emotionale gewissermaßen weaponized worden, was mir den öffentlichen Umgang mit Stimmungen dann doch vergällt hat.

Umgekehrt natürlich heißt das, sich emotional zu panzern, also den Panzertrotteln und Prügelbuben den Gefallen zu tun, selbst langweilig und zurückgezogen vor sich hinzubosseln. Im Reich der leeren Datenbankfelder gibt es keine Avantgarde mehr, nur eben bessere Datenbank-Engines.

Bloggen setzt auch voraus, dass es überhaupt eine Stimmung gibt, im direkten eigenen Umfeld. Dass man die freie Form wagt. In einer Welt, in der jeder nur auf den Fehler des anderen wartet, in einer Art Diktatur also, ist das schwer geworden. Aber auch hier gilt: Wer diesen Gedanken lebt, verliert.

Also weiterschreiben, in Datenbankfelder und sonstwohin.

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Saturday, February 27, 2016

Da kann ich anlegen.

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Last modified: 5/2/16 9:42 PM
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April
Comments
Yuhu! Mögen sie sich
vermehren und freudig zahlreich im Gebüsche knarzen.
katatonik, 20 hours ago

gHack, yesterday
In the long run…?
tobi, 3 weeks ago
Natürlich nicht.
gHack, 3 weeks ago
Darf man da mit
der Kamera rein? :)
goncourt, 3 weeks ago
Sicher. Die Albertina ist leider
ansonsten ziemlich schlimm. Sauteure Touristenfalle, exit through the gift...
gHack, 3 weeks ago
An die Grafiksammlung denkend, finde
ich es übrigens sehr angemessen, dass die Ausstellung in...
goncourt, 3 weeks ago
thx!
gHack, 3 weeks ago
Ich habe es über Kominek
bekommen: http://ymlp.com/zM5gxy - der Verleger/Händler ist übrigens, möchte ich...
goncourt, 3 weeks ago
Das hätt ich auch
gern. Wo hast Du das gekauft?
gHack, 3 weeks ago
Die neue Ausgabe "Sentimental Journey
2" von Araki ist auch so aufgebaut: Heftform, Collage,...
goncourt, 3 weeks ago
Moorwächter hat frei genommen
bubo, 3 weeks ago

gHack, 1 month ago
Fast überall hält Gravitation
Einzug gerade.
bubo, 3 months ago
Ich fand es sehr beeindruckend,
dass da ein öffentlicher 50m-Pool rumsteht. Ist ja kein...
katatonik, 3 months ago
Verflixt, durch Los Silos
sind wir auch gekommen, aber nicht so eifrig..
bubo, 4 months ago
Stimmt. Dieser niederbayerischen Falkendame
geht es besser.
gHack, 4 months ago
So rund um York,
Preston und Leeds findet jetzt keine Mäusejagd mehr statt
bubo, 4 months ago

gHack, 4 months ago

gHack, 4 months ago

gHack, 4 months ago
die stimme ist der
rote faden ob foto ob film blosse abbilder sekundär da...
wilhelm peter, 6 months ago
Frank hat sich ostentativ zum
Filmemacher erklärt, aber meiner Meinung nach ist der Übergang...
gHack, 6 months ago
robert-frank-retrospective gerade hier in der
stadt. ich war verwirrt, weil ich ihn nur als...
henningninneh, 6 months ago

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