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Friday, February 3, 2017
long day

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Sunday, January 29, 2017
Mixed Media

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Monday, January 16, 2017
Arbeit

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Friday, January 6, 2017
Trumps Twitter

Als Twitter noch recht neu war, hat ein Kollege mir nebenbei von einem Account erzählt, mit dem ein Entwickler quasi in einem nur halb ernst gemeinten Versuch von "Home Automation" Kommandos an eine Anlage zu schicken, die seine Pflanzen wässern konnte. Oder war es ein Kunstprojekt, mit dem eine Pflanze twitterte, dass sie gewässert werden wollte? Wie auch immer: Ich habe gelacht. Sozialmedien abseits der professionell betriebenen Nachrichtensites versprachen herrschaftsfreie Kommunikation, die endlich nicht mehr top-down, sondern bottom-up organisiert sein würde. Twitter war damals noch klein, alles hätte daraus werden können, warum nicht auch ein System zur Kommunikation mit Pflanzen.

Zehn Jahre später haben wir es mit Donald Trump zu tun. Für manche mag es eine Beleidigung darstellen, dass er nicht auf Facebook, sondern auf dem eher elitären, von vielen Journalisten als Nachrichtenticker-Ersatz wahrgenommenen Twitter groß geworden ist. So richtig groß, larger than life.

Trumps Aufstieg durch Twitter ist eine sehr subtile Beleidigung der Kommunikationselite, die entsprechend indigniert reagierte. Nicht nur, dass sich der rüde Populist quasi in ihrem eigenen Wohnzimmer so aufführte, er war damit auch erfolgreicher als sie. Sein berühmtester und bester Tweet war spot on: Twitter sparte ihm das gigantische Werbebudget, das Konkurrenten wie etwa Jeb Bush zur Verfügung stand. Er konnte auch auf Vermittler wie die New York Times komplett verzichten, sie einfach zappeln lassen.

Die Kränkung der Kommunikationselite durch Trump geht aber noch tiefer, denn sie zeigt, dass sie mit Twitter reingefallen ist, ja reinfallen musste, weil die Plattform die dümmsten und brutalsten Mechanismen der traditionellen Medien repliziert. Das ist auch der Grund, warum sie sich dort gleich so wohlig zu Hause fühlten.

Twitter ist nicht bottom-up, es ist top-down wie eine klassische Redaktion. Die darwinistischen Prinzipien des Aufmerksamkeitskampfs sind dort noch verschärft. Nur der schmerzbefreite boulevardeske Provokateur kann dort punkten - und gigantische Anhängermassen um sich versammeln, was wiederum sein Ego streichelt, immer und immer wieder, bis es kommt. Der Egomane sticht den bloßen Egozentriker. Man muss dort nicht beweisen, dass man in der Lage wäre, einen Gedanken auszuführen. Es reicht der - wir erinnern uns an die Pflanze - vegetative Impuls, der bloße Affekt, um die Timeline zum Zucken zu bringen.

Trump ist ein Spiegel, der der Medienbranche ihre hässlichsten und widerwärtigsten Eigenschaften vorführt. Genau deshalb ist sie auch von ihm fasziniert, sie will von ihm lernen, genauso minimalistisch werden, auf einer proprietären geschlossenen Plattform, auf der es nur einen Präsidenten gibt, der diktatorische Kommandos an seine gemüseartigen Follower versendet. Eine Karikatur menschlicher Kommunikation, die von William S. Burroughs hätte erdacht werden können.

Trumps Twitter ist eine Befehlsmaschine wie das Radio der Nazis. Generell funktioniert der neue Faschismus über die Verbreitung von zwei, drei einprägsamen Slogans, die als Sprechakte, als Befehle funktionieren. So war "Brexit" nicht einfach der Name einer Bewegung, es war ein Kommando: "BREXIT!" Genauso funktioniert auch Trumps Twitter. Der Boss zuckt, die Zitterpappeln rauschen. Und: Sein Wort ist Befehl, hat unmittelbare materielle Konsequenzen auf Außenpolitik und Aktienkurse. Burroughs hätte das geliebt, Trumps Twitter ist die Verwirklichung seiner irren Theorien von Maya-Priestern, die mit präzisen Kommandofolgen ihre robotischen Populationen fernsteuern. Natürlich ist das WORT, das FLEISCH wird, auch das Grundkonzept unserer wunderbaren monotheistischen Religionen - und generell das Versprechen des Konzepts Software.

Wenn Trump twittert, werden alle anderen zu Pflanzen. Wir, die guten Willens sind, müssen dieses Phänomen nun analysieren und Konsequenzen daraus ziehen.

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Tuesday, January 3, 2017
Die Formatierten

Stefan Plöchinger hat auf tumblr einen aufrüttelnden Appell an Journalisten veröffentlicht. Der Text ist ein Ausschnitt aus dem Selbstgespräch der Branche, die ökonomisch und ideologisch unter hohem Druck steht. Als Mensch, der unmittelbar nichts mit der Nachrichtenwelt zu tun hat, könnte man natürlich sagen: Was geht mich das an? So hat es auch einer der Experten in diesem DLF-Stück über die Arbeitswelt von Ulrike Winkelmann (selbe Generation wie Plöchinger) gesagt. Leider wirkt die zunehmende Panik in der Nachrichtenbranche, die von Facebook, Google und Konsorten nach allen Regeln der Kunst filetiert und ihrer profitabelsten Teile beraubt wird, auch tief in die Gesellschaft hinein - wie Winkelmann schreibt -, ist also ein verstärkender Faktor in der Destabilisationsmechanik diverser Demagogen.

Nun ist Plöchinger nicht irgendwer, sondern wahrscheinlich einer der mächtigsten Journalisten seiner Generation in Deutschland, Mitglied der Chefredaktion der auflagestärksten ernstzunehmenden Tageszeitung. Daher hat es mich erst überrascht, den Text auf tumblr zu lesen, nicht auf der Website der "SZ". OK, Plöchinger erklärt auch warum. Das Stück wurde für den "Journalist" geschrieben, ein Branchenmagazin, das derzeit keine eigene Website hat. Ich dachte mir aber auch, dass solche Selbstreflexion aus der Perspektive des Profis auf den Medienwebsites selbst keinen Platz fände, zwischen all den durchformatierten Texten und den Journalistenschulenstandards. Wenn, dann muss das Stück in eine Sandbox gesteckt werden, wie in dem neuen Transparenzblog von "Zeit Online" (Hätte es dort hingepasst? Ich bin mir nicht sicher. Eher nicht.)

Das zeigt ein Problem auf: Wir können in unseren eigenen Medien nicht offen über die dringendsten Themen der eigenen Branche sprechen, höchstens in einer Sandbox oder auf einer Drittplattform wie einem tumblr. Es geht gegen den Stolz, es könnte als Schwäche interpretiert werden, vor allem von der Konkurrenz und von den professionellen Demonteuren in den Propagandaabteilungen gegnerischer Parteiapparate. Probleme sind immer Probleme der anderen, die genüsslich auf den Medienseiten ausgebreitet werden, die leider meistens die übelsten Beispiele für Konzernjournalismus darstellen, die die Branche überhaupt zu bieten hat.

Plöchinger hat recht, wenn er schreibt, dass die Profis rausgehen und sich erklären müssen. Aber sie können das in den eigenen Medien nicht tun. Es würde gegen deren Selbstverständnis und gegen die Formatierungen der Nachrichtenbranche verstoßen.

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Friday, December 30, 2016
Klappern und Handwerk

Vor ein paar Jahren ist der Storch aus dem Nachbardorf einfach da geblieben. Man sah ihn auch im Dezember noch im Flusstal herumstaksen. Diesmal sind auch zwei Störche aus unserer Stadt nicht in den Süden geflogen. Kleine weiße Punkte in den Wiesen. Die Sumpfmeisen sind leicht irritiert.

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Saturday, December 24, 2016
Geändert

Bloggen geht heute nicht mehr so gut, weil man sich für einen guten Blogtext immer eine Blöße geben musste. Die Blöße wiederum wird heute sofort entweder fürs Authentizitätsmarketing verwendet oder von den üblichen Deppen als Schwäche ausgelegt, bis man sich keinen gutwilligen Leser mehr vorstellen kann. Die einzige Kur dagegen ist die totale Irrelevanz.

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Hier noch nicht so
stark verbreitet.
gHack, 3 weeks ago
prefering the queue at
the selbstscannerkasse.
garbageman, 3 weeks ago
!
exdirk, 1 month ago
True!
gHack, 1 month ago
Alright with me
gHack, 1 month ago
Blogs sind die neuen
Zahlensender.
sakana, 1 month ago
So ist es.
Arwa Pelski, 1 month ago
Eben, eben. (Wenn auch
schön.)
Lakritze, 1 month ago
Ich lebe vermutlich unter einen
Stein, aber ...marketing? Wer hätte denn da & so...
Lakritze, 1 month ago
Merci! Ich hab die Dinger
mit einer Breite von 800px als Serie hochgeladen (geht...
gHack, 1 month ago
So schöne Fotos und ich
wüsste gern, wie das geht, dass die so aufploppen...
klagefall, 1 month ago
Bloggen ist per se
irrelevant, also keine Gefahr.
klagefall, 1 month ago
sie sprechen mir aus
der seele!
ranke, 1 month ago
<3
goncourt, 1 month ago
Eine analoge Point-and-Shoot ist noch
mal anders, ja, könnte sehr spannend sein. (Eine Art...
goncourt, 2 months ago
Ich hab noch ne alte
Mju2 rumliegen. Mit der wär alles wieder nochmal anders....
gHack, 2 months ago
Ich bin auch jedesmal
überraschter, wenn ich die Bilder sehe.
goncourt, 2 months ago

gHack, 2 months ago
Ich finde das gut mit
der Türkei. Für mich ist das praktisch mein einziger...
klagefall, 3 months ago
Mich nervt dieses Eindringen gezielter
Propaganda in meine Lebenswelt zusehends. In einer Kneipe kann...
gHack, 3 months ago
So muss das in den
späten 60ern, Mitte 70ern gewesen sein (von Eco beschrieben):...
goncourt, 3 months ago
Du hast Medium vergessen, das
ziemlich schlau mit Twitter integriert ist. Da findet man...
gHack, 3 months ago
Ich glaube, dass ist der
Punkt: Es gibt kaum noch Leute, die Blogs lesen...
klagefall, 3 months ago
Ist sie immer noch.
gHack, 3 months ago

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