textdump
Wednesday, March 4, 2015
Ducks
(comm.)

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Tuesday, March 3, 2015
Frühjahrsarbeiten
(comm.)

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The Low Down Seyn
Jürgen Kaube über Heidegger. Ich lese das als Artefakt einer größeren Reevaluierung (speziell an dieser Stelle), wobei Heidegger ja die Schwachstelle der neueren französischen Philosophie ist, Derrida und all das, und daher eine Neubewertung Heideggers jenseits des Machtgeplänkels eine größere Auswirkung auf die "Postmodernen" haben wird als, sagen wir mal, der Skandal um Paul de Man. Vielleicht das Ende eines verquer produktiven deutsch-französischen Missverstehens. Jedenfalls kommt da etwas ins Rutschen und das wird möglicherweise auch linken Denkern und Heideggergegnern nicht gefallen.

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Sunday, March 1, 2015
Kryn (Krijn) Taconis
Niederländisch-Kanadischer Fotograf (1918-1979), im niederländischen Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Mitglied von "Magnum". Zerstritt sich wegen einer Reportage über die algerische Widerstandsbewegung FLN mit Magnum, die Agentur zwang ihn dazu, seine Reportage zurückzuziehen, aus Angst vor Repressalien des französischen Staates.

Kurzbiographie

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Friday, February 27, 2015
Joseph Beuys und seine Familie gucken Star Trek
Und auf dem Bildschirm ist Captain Kirk, nicht der heute verstorbene Spock, das heißt: Spock ist ja nicht gestorben, sondern Leonard Nimoy. Wir haben alle Star Trek geguckt, Joseph Beuys und seine Familie und meine Familie und ich und Kirk passt zu Beuys, weil er diese erdigen Emotionen verkörpern sollte, im Gegensatz zu Spocks fremdartigem Intellekt. Eigentlich schon das eine Frechheit, die Vernunft als etwas dem Menschen Fremdes darzustellen, es in ewige Opposition zu dessen wahrer Natur zu positionieren, zum Hallodrihaften, zum Schlawinertum des Kirk, realistisch war es jedenfalls von Roddenberry.

Vielsagend auch, dass die Spock-Figur der Nachfolgeserie "Next Generation" dann nicht mehr Nummer Zwei war, sondern Captain, mit Picard war ganz klar die Vernunft am Ruder, die Emotion an zweite Stelle gerutscht, in einer aufgeklärten Technokratie wäre alles andere auch unlogisch gewesen. Klar, als Kind war ich immer für Spock, weil man als Kind der menschlichen Gesellschaft und ihren Bedürfnissen mindestens so fremd ist wie ein Vulkanier. Wenn man Glück oder Pech hat, dann kommt man aus dem Spock-Stadium der kalten Analyse, angetrieben von verdattertem Staunen, gar nie heraus. Schirrmacher war auch so ein Star-Trek-Fan. Ziel: Humanistisch-technokratische ZUKUNFT, eine Welt, die nicht den Trotteln gehört.

Spock empfand es immer als Beleidigung, des Menschseins bezichtigt zu werden. Wenn man sich heute in den Medien so umschaut, würde man ihm zustimmen wollen, aber sich dann daran erinnern, dass Spock gerade als Mischlingsfigur angelegt war, eben nicht als reiner Alien, sondern als jemand, der auch Vulkaniern irgendwie komisch vorkommen musste, ein Mann buchstäblich zwischen den Welten, wie so viele von uns heute, ein Verbindungsglied, das immer viel mehr aushalten muss als die anderen Teile der Struktur, ein konnektionistisches Wesen.

Es war also eine sehr komplexe Idee, der Leonard Nimoy da seinen Körper verliehen hat. Er hat es gut gemacht, er wird uns immer in Erinnerung bleiben. Thank You, Sir, Rest In Peace.

Ergänzung: Wie Nachbar Patrik Tschudin eben twittert, hängt das Beuys-Stück bei Nimoys an der Wand

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Tuesday, February 24, 2015
Staat und Fotograf, State of Photography


Fotografieren ist heute fast schon ein Verbrechen, wie Mario Sixtus unlängst ausgeführt hat. Seinem Artikel wären noch zahllose andere Späße und Schikanen hinzuzufügen, etwa die Ag-Gag Laws in einigen US-Bundesstaaten oder die nonexistente Panoramafreiheit in Ländern wie Frankreich, die es ermöglicht, die Beleuchtung des Eiffelturms rechtlich zu schützen.

In Deutschland ist die Nemesis jedes Street Photographers das "Recht am eigenen Bild", eine Konstruktion, die noch im Kaiserreich erfunden wurde, weil zwei Fotografen unerlaubterweise Bilder des aufgebahrten Reichskanzlers Otto von Bismarck geschossen hatten. Keine Frage: Paparazzi nerven und die Grenze zwischen Wahnsinn und Kunst ist auch hier schwer zu ziehen.

Nun hat aber die Bundesregierung in einer Schnellaktion mit der "Lex Edathy" (Sixtus beschreibt den Vorgang) abermals einen wunderbaren rechtsfreien Raum geöffnet, in dem selbsternannte Fotoopfer herumklagen können. Und das nicht 1908, sondern 2015, zu einer Zeit, in der die Bildkommunikation über Mobiltelefone mindestens ebenbürtig mit der Textkommunikation ist.

Nun wäre das per se noch kein Grund, auf eine gesetzliche Regelung des Fotografierens zu verzichten - schon gleich gar nicht in Deutschland. Würde der Staat nicht seine Bürger auf mittlerweile grotesk anmutende Art und Weise digital ausspionieren, dem Blick unzähliger Überwachungskameras aussetzen, ihn wegen nichtigster Vorfälle in die digitale Schleppnetzfahndung mit Funkzellenabfrage schmeißen, seine digitale Kommunikation jedem mehr oder weniger befreundeten Five-Eyes-Geheimdienst auf dem Silbertablett servieren, die Vorratsdatenspeicherung fordern... Ja, die Vorratsdatenspeicherung, bei der es immer heißt: "Wir nehmen ja nur die Metadaten, nicht die Inhalte."

Dem entgegne ich als Fotograf: "Ich nehme ja nur das Licht, ich dringe nicht in die Gedanken ein, stehle keine Seelchen, meine lieben, zarten Eingeborenen, mich interessiert nur wie das Licht auf belebte und unbelebte Körper fällt, auf dass die Nachwelt sich davon ein Bild machen kann, wie wir gelebt haben!"

Sprich: Der Staat hat mit seiner ungehemmten Gier nach persönlichen Daten selbst die Anforderungen dafür, was eigentlich Privatsphäre im öffentlichen Raum bedeutet, so weit heruntergefahren, dass heute eigentlich jeder Richter jedes Foto jeder Person im öffentlichen Raum automatisch zur Publikation freigeben müsste.

Es geht gar nicht anders, es sind ja nur Metadaten, abprallende Photonen, die den Körper kaum berührt haben, Milliarden kleiner farbiger Bällchen, die ich mit meinem Sensor mal eben auffange und nicht mal mit statistischen Methoden systematisch auswerte, so wie die Dienste es mit meinen Verkehrs- und Inhaltsdaten tun.

Wenn der Staat mir durch sein kohärentes Handeln klar macht, dass ich im öffentlichen Raum kein Recht mehr auf Privatsphäre habe - oder sie weitgehend mit technischen Überwachungsmaßnahmen einschränkt - so hat er sich auch daran zu halten und festzustellen, dass er selbst es war, der hier die Voraussetzungen und die generelle Atmosphäre, schließlich auch das Rechtsempfinden im Lauf der letzten 15 Jahre fundamental verändert, ja ins Gegenteil verkehrt hat.

Anmerkung: Ich bin kein Jurist. Aber ich würde mich wundern, wenn die Überwachung des öffentlichen Raums nicht irgendwann auch vor Gericht in einem dieser Medienprozesse eingepreist werden würde. Sie ist der Elefant im Raum.

Anmerkung II: Ja, ich hyperventiliere. So what? Muss auch mal.

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NO OFFICE
Krellmann pulte mit dem Schweizermesser gerade den Keylogger aus dem Gesäß des Abteilungsroboters, als Sub-Referent Schultze-Hönigdorff aus dem Schatten des Kaiserin-Josephine-Gummibaums trat - mit laufender Videokamera. "Wie altmodisch", sagte Krellmann, steckte sich den Keylogger in den Mund und begann, ihn mit seinem Chrom-Vanadium-Gebiss langsam zu zermahlen. Der Boss, die Personalabteilung, RTL und die Putzfrau hatten jeweils ihre eigenen Drohnendelegationen entsandt, die sich über den westlichen Ausläufern der Angestelltenlaufställe nun gegenseitig aus der klimatisierten Luft taserten.
"Wieder ein großer Erfolg, unser Casual Surveillance Day", sagte Betriebsarzt Dr. Hans Mordt, "Jedermann ist sein eigner ICH-AGENT. Das muss das Ziel jeder erfolgreichen innerbetrieblichen Fortbildung sein."
Ein trockener Knall. Krellmann hatte den flüchtenden Schulze-Hönigdorff mit einem gut gezielten Schuss aus seiner Walther Matthau PPK erlegt. Die Überstunden im Corporate Backstabbing Centre hatten sich ausgezahlt.
"Mahlzeit, Krellmann, sie Vollbond", gratulierte Dr. Mordt und überlegte, an welche Abteilung er wohl Schulze-Hönigdorffs Nieren verkaufen könnte.

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Comments
Ich fand Heidegger immer ziemlich unangreifbar, weil seine Sätze einfach Nonsens sind, man ihnen...
hafnerwolf, 21 hours ago
Schätze, es gibt eine Grenze zwischen dem Heideggerdooffinden und der ernsthaften systematischen Zerlegung. Mit...
gHack, Yesterday
Fand den Kaube-Text super. Der Blödsinn der Heideggerei wird da sehr gut entlarvt als...
hafnerwolf, Yesterday
...
gHack, Yesterday
...
gHack, 2 days ago
Ihr Nachruf faszinierend
bubo, 6 days ago
Vernunft, die konsequent durchdacht wird, ist heiter bis hin zur Levitation.
goncourt, 6 days ago
Ja, so todernst war das alles nie, was es noch stärker macht.
gHack, 6 days ago
Es ist auch diese Fähigkeit der Vernunft zur Komik, die an Spock so überzeugend...
goncourt, 6 days ago
Naja, die Situation wird zusehends ugly.
gHack, 9 days ago
Ich wußte nichts von dem Sixtus Aufsatz. Ich werde an die darin verlinkte Stelle...
bubo, 9 days ago
the marmot moss diet
bubo, 9 days ago
Wolfsrudel im Haifischbecken
bubo, 9 days ago
...
gHack, 11 days ago
Immer.
gHack, 17 days ago
Fasane sind immer angenehme Erscheinungen.
gHack, 17 days ago
sie sprechen mir aus der seele...
don papp, 17 days ago
Unterm Gipfel ist Ruh'
bubo, 17 days ago
[Mir gestern während einer Fahrradtour über den Weg gelaufen: 1. ein Schwan, der sich...
goncourt, 17 days ago
Ja!
gHack, 18 days ago
...
gHack, 18 days ago
die beste gutenacht lektüre seit langem!
ranke, 21 days ago
Sehr gut! Loaden sie down!
gHack, 21 days ago
...
gHack, 21 days ago
gerade eben erst entdeckt und runtergeladen! dank!
ranke, 21 days ago

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