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Tuesday, January 12, 2016

Das war mal so ein Ort der Schwerelosigkeit

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Thursday, January 7, 2016
Fotokunstkataloge

Weil es gerade durch die Tweetosphäre ging: Das New Yorker Metropolitan Museum of Art hat viele vergriffene Kunstkataloge des Hauses zum kostenlosen Download ins Netz gestellt. Warum das gerade jetzt die Runde macht, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich mich durchs Angebot gefräst und dabei folgende Titel aus dem Bereich Fotokunst gefunden:

All the Mighty World: The Photographs of Roger Fenton, 1852–1860

Eugène Cuvelier: Photographer in the Circle of Corot

Intimate Landscapes: Photographs
Intimate Landscapes, an exhibition of fifty-five color photographs by Eliot Porter, is the first one-man exhibition of color photographs ever presented at The Metropolitan Museum of Art.

Paul Strand circa 1916

Perfect Documents: Walker Evans and African Art, 1935

The Photographs of Édouard Baldus
(Früher französischer Landschaftsfotograf, hat auch viel zeitgenössische Infrastruktur wie Bahnlinien etc. aufgenommen)

Auch zum Thema japanische Kunst gibt es dort einiges.

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Wednesday, January 6, 2016
IT-Identitäten

Meine liebste Trolltaktik besteht ja darin, die IT-Industrie, die in ihren Hypes so gerne behauptet, wahnsinnig disruptiv zu sein, in historische Grundströmungen einzuordnen. Darum finde ich Postings wie das von Michael Seemann darüber, wie sich die Nerdkultur selbst aktualisiert so interessant.

Schon als ich Setzer gelernt habe, fand ich Fachsprache und Rituale der Branche als Abgrenzungsmechanismen interessant. Vor allem deshalb, weil der Beruf schon früh genau jene Transformationen im Kleinen durchmachen musste, die immer mehr Bereiche der Gesellschaft erfassen: Durch den Computer, erst Minicomputer mit angeschlossenen Terminals, dann DTP, wurden ganze benachbarte Berufsgruppen wegrationalisiert (damals habe ich keinen Verleger über die böse Computerisierung und Vernetzung jammern hören). Außerdem entschlossen sich im Zug der Informatisierung immer mehr Frauen dazu, Setzer zu lernen, man führte das darauf zurück, dass das körperlich anstrengende Hantieren mit schwerem Gerät weggefallen war, jedenfalls saßen in meiner Berufschulklasse mehr Frauen als Männer. (Würde mich an dieser Stelle interessieren, was in den 1970ern über dieses Thema geschrieben wurde, zu meiner Zeit war das schon durch.)

Der buchstäblich seit Gutenberg von Männern dominierte Avantgarde-Hightech-Beruf des Setzers (hier mehrseitigen Einschub über die Bedeutung von Setzern und Druckern in den sozialen Bewegungen des Industriezeitalters hindenken, danke) war innerhalb von drei Jahrzehnten durch die Rechentechnik zu einer Tätigkeit geworden, die sich in vielem nicht mehr von anderen Bürojobs unterschied, ab der DTP-Welle in den 1980ern nicht mal mehr in der verwendeten Hardware (mehrseitiger Exkurs darüber, inwieweit das Selbstbild kreativer Mac-User genau aus dieser Abgrenzung der gestaltenden Arbeiterberufe von den PC-Büroheinis geprägt wurde). Hinzu kam noch die Intellektualisierung und Akademisierung via Gestaltungs-FHs, etc.pp.. (Warum ist britisches Design in den Punk-Thatcher-Jahren so explodiert? Mit welchen Tools haben Brody und Barney Bubbles gearbeitet, etc. trallala)

[Wenn ich noch Wissenschaftler wäre, dann würde ich die digitalen Transformationen in der Druckbranche als Blaupause für den Rest nehmen und darüber forschen, aber irgendwie ist Denken nicht mehr so in Mode, also kann man es genauso bleiben lassen.]

Man könnte dann nachsehen, was von den jahrhundertealten Traditionen des Setzerberufs nach der Digitalisierung noch geblieben ist, nämlich identitätsstabilisierende abgrenzende Fachsprache und Rituale. Gegautscht wurde man zu meiner Zeit nach Abschluss der Lehre nämlich immer noch - und ich glaube nicht, dass sich das geändert hat, obwohl es den Schriftsetzerberuf nicht mehr gibt.

Diese Mechanismen, mit denen Identitäten gebildet und aktualisiert werden, trennen ja nicht nur, sie stellen auch Anschlussfähigkeit (Schnittstellen zu anderen Berufen) her und helfen bei der Qualitätskontrolle ("Beherrscht den Jargon" als Vorstufe zu "Weiß wovon die Rede ist"). Also ist es spannend, wie sich diese im IT-Bereich unter heutigen Bedingungen entwickeln und stabilisieren. In meiner Heimatgemeinde gab es in den 1990ern einen Bürgernetzverein, der TCP/IP-Connectivity mittels Einwahlknoten auf Grundlage einer sehr guten Idee der bayerischen Staatsregierung zur Verfügung stellte. Der Bürgernetzverein marschierte mit seiner eigenen Fahne ganz selbstverständlich mit den Schützen und Kaninchenzüchtern im traditionellen Volksfestauszug mit.

Was Seemann da beschreibt, dieses Mindset des vorgeblichen Rationalismus des IT-Profis, ist ja nichts anderes als der Trachtenjanker des Ingenieurs, Ayn Rands "Objektivismus" ist durch und durch netzvolkstümlich und es gab auch schon lange vor dem Netz in den USA eine technokratische Partei mit objektivistischer Ideologie.

Ich glaube, es geht darum, wie sich Angesichts der Polyvalenz digitaler Technologien und deren totaler Anschlussfähigkeit überhaupt noch berufliche bzw. ständische Identitäten konstruieren lassen. Jeanette Hofmann und andere haben einige Aspekte davon in den 1990ern im Forschungsbereich Internet-Anthropologie am WZB untersucht, also wie sich die Ingenieurskultur via RFCs etc. selbst aktualisiert. Bei aller beruflichen Akkulturation über die formalen Ausbildungswege: Quereinsteiger gab es immer. Aber in der IT ist die Mehrheit der Menschen Quereinsteiger. Die Geräte sind billig, die entscheidende Software frei kopierbar, also bleibt nur die Konzentration auf zunehmend spezifische Skillsets, Jargon und Habitus (bzw. Non-Habitus, aber der ist auch einer).

Linkes Denken arbeitet sich oft am Abfall und an den Dysfunktionalitäten solcher Identitätsbildungsprozesse ab, weil sie - Foucault usw. - Generatoren von Machtverhältnissen sind. Identität ist Macht und Macht ist schlecht, also muss sie adornoid dekonstruiert werden, bis idealerweise alles floatet. Leider ist immer schon vorher Schluss, weil die Subjekte der Identitätspolitik da nicht mehr mitmachen und, in Frage gestellt, den Prozess der operationalen Schließung ihrer jeweiligen Subsysteme noch beschleunigen. Das gilt auch für die Meister der Identitätspolitik selbst, die professionellen Shitstormdompteure usw., die sich täglich neu ermüdend an der Aktualisierung ihrer eigenen Identitäten als Identitätsbildungsstörer abarbeiten. Der Nerd ist King in seinem System, der Nerdkritiker genauso. Es folgt die übliche Itchy-and-Scratchy-Show. Ich frage mich: Wie kann man die Identitätsbildung produktiv begleiten, sodass die Leute offen bleiben. Geht das überhaupt, speziell in einem Umfeld, in dem zunehmend die materiellen Korrelate fehlen?

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Tuesday, December 29, 2015
Mäusejagd

(comm.)

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Saturday, December 12, 2015
crane

(comm.)

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Monday, December 7, 2015
Label

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Monday, November 9, 2015
Note to self

Es gibt zwei Konzepte von Michel Foucault, die man im historischen Kontext anwenden muss, die heute anders funktionieren als er es beschrieben hat. A) Überwachungsstaat (dazu hat Deleuze schon den Übergang zum Kontrollstaat notiert) und, damit eng verbunden, B) Biopolitik - Die derzeitigen Machtaktivitäten laufen alle auf eine Überwindung der lästigen Biopolitik hinaus, vollkommen anders als es beispielsweise hier holprig versucht wird zu explizieren. Aber Trivial-Malthusianismus funktioniert im konnektivistischen Kapitalismus nicht mehr. Die Macht will diesen Ackerbau- und Viehzucht-Kram nicht mehr, sie will saubere Maschinen, Tesla statt Stinkediesel, Roboter statt Menschen, darum ist sie von der aktuellen Krise auch so überfordert, die nämlich kommt scheinbar aus der Vergangenheit, passt nicht mehr ins Konzept, man weiß nicht mehr, wie man mit Menschen umgeht, will das auch gar nicht mehr, der eigentliche Feind ist die eigene soziale Inkompetenz, geschult an drei Jahrzehnten einer Non-Ideologie, die gemeinschaftliche Aktion verachtet, sie nur noch als Hassmob zulässt. Daher auch die Geilheit der Videomedien auf Bilder der MASSE, wie bei Canetti, sei es als Buggida-Demo oder als Drängeln der Erschöpften am neuen europäischen Zaun, als Futter für die isolierten Individuen, die diesen Stress nicht mehr abbauen können. Ignoriert man dieses in sich geschlossene System, ist alles wie sonst. Etwas fehlt, die Macht berührt nicht mehr, sie haut um sich, trifft dabei immer nur die Schwächsten.

Um in diese Situation eintauchen zu können, muss man Foucault im Hinterkopf behalten, ihn aber auch durch Weiterdenken überwinden, wie es Deleuze vorgemacht hat.

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Last modified: 1/14/16 2:44 PM
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Comments
Fast überall hält Gravitation
Einzug gerade.
bubo, 4 weeks ago
Ich fand es sehr beeindruckend,
dass da ein öffentlicher 50m-Pool rumsteht. Ist ja kein...
katatonik, 1 month ago
Verflixt, durch Los Silos
sind wir auch gekommen, aber nicht so eifrig..
bubo, 1 month ago
Stimmt. Dieser niederbayerischen Falkendame
geht es besser.
gHack, 1 month ago
So rund um York,
Preston und Leeds findet jetzt keine Mäusejagd mehr statt
bubo, 1 month ago

gHack, 1 month ago

gHack, 2 months ago

gHack, 2 months ago
die stimme ist der
rote faden ob foto ob film blosse abbilder sekundär da...
wilhelm peter, 3 months ago
Frank hat sich ostentativ zum
Filmemacher erklärt, aber meiner Meinung nach ist der Übergang...
gHack, 3 months ago
robert-frank-retrospective gerade hier in der
stadt. ich war verwirrt, weil ich ihn nur als...
henningninneh, 3 months ago
dass es menschen gibt
die das great wide open in enge stirn einknasten das...
wilhelm peter, 3 months ago
Der herrschaftsfreie Raum ist
freie Software, vorübergehend.
gHack, 3 months ago
Ich bin mir nicht sicher.
Es geht wohl zum Einen darum, dem Konzept «Information»...
goncourt, 3 months ago
Ich denke mir, so ist
es heute. Singen im Knast, auf irgendwelchen Plattformen. Die...
gHack, 3 months ago
?
goncourt, 3 months ago
In dem Film gibt es
auch die Szene mit den Knastbrüdern, die Gospel singen....
gHack, 3 months ago
Die Musikszene in Franks Film
About me — Alan Ginsberg et.al. — erinnert mich...
goncourt, 3 months ago
@goncourt Ich frage mich gerade,
wie diese medienvermittelte Intimität damals aufgenommen wurde.
gHack, 4 months ago
Das Management dankt für
die Hintergrundinformation!
gHack, 4 months ago
KILROY WAS HERE der urtyp
des lebendigen sokrates hat dialoge geführt gespräche und damit impulse...
wilhelm peter, 4 months ago
VIE... ...ist übrigens auch das
KFZ-Kennzeichen für den deutschen Landkreis Viersen.
drikkes, 4 months ago
Empfehlung: Robert Frank, About me
— a musical. Er lässt sich selbst von einer...
goncourt, 4 months ago
Der Film ist bemerkenswert, weil
er Franks "alte" Kunstform in seine neue aufnimmt und...
gHack, 4 months ago

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